Nachfolgend stelle ich ein Szenario mit einer Gegenüberstellung der neu bewerteten Mann-Zahlen vor und nach der Seuche auf. Dieses soll zeigen, dass 70.000 Seuchenopfer eine realistische Größenordnung darstellen. Wenn die genannten Seuchenopfer, wie in Abschnitt 9.5.4 begründet, auch Frauen und Kinder beinhalteten, müssen die neu bewerteten Mann-Zahlen aus dem Bibeltext zunächst auf alle Männlichen und dann auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet werden, um alle Zahlen vergleichbar zu machen. Die Differenz der Gesamtbevölkerungszahlen zwischen erster und zweiter Zählung muss dann etwa 70.000 Personen betragen. In der Gleichung „Bevölkerungszahl vor der Seuche – Seuchenopfer = Bevölkerungszahl nach der Seuche“ gibt es jedoch mehrere Unbekannte. So kennen wir bei den Wehrfähigen der zwölf Stämme zwar die Zahlen von Israel und Juda (inklusive Benjamin) nach der Seuche, aber bei den Zahlen vor der Seuche fehlt bei Juda die Zahl Benjamins. Auch bei den Leviten und Priestern fehlen die Zahlen vor der Seuche. Diese Lücken können mit Analogieschlüssen durch Hochrechnung aus den Zahlen nach der Seuche analog zum Verhältnis bei den zehn Stämmen Israels, bei denen beide Zahlen vorliegen, gefüllt werden.
Eine weitere Unbekannte ist der Hochrechnungsfaktor von der Zahl der Männer im Alter von 20 bis 60 Jahren auf alle Männlichen, weil die Altersstruktur des Volkes Israel zur Zeit Davids nicht bekannt ist. Dieser Faktor ergibt sich aber rechnerisch aus den übrigen Zahlen, wenn man für die Hochrechnung von den Männlichen auf die Gesamtbevölkerung vereinfachend Geschlechterparität annimmt. Der so ermittelte Hochrechnungsfaktor kann anschließend durch einen Vergleich mit dem für den Zeitpunkt des Exodus vorliegenden Faktor plausibilisiert werden. Im nächsten Abschnitt werde ich zunächst Annahmen für die fehlenden Mann-Zahlen vor der Seuche treffen und begründen, um dann im darauffolgenden Abschnitt eine Hochrechnung auf die Gesamtbevölkerung vorzunehmen.